und weiter gehts in Australien…

Ich erkunde mit meinen Eltern allein den Süden, wo es viel mehr zu entdecken gibt, als gedacht. Es geht in einen Wildpark, wo wir die Bewohner Australiens in freier Natur beobachten können.

ein Koala

Wallabies

Känguruh

ein Wombat

Papageien

Pelikane

In Victor Harbour erkunden wir die Gegend wieder per Fahrrad und bestaunen spät abends die kleinsten Pinguine der Welt, die dann an Land kommen.

 

Radtour in Victor Harbour

Nachtaufnahme der Pinguine

Dann geht es den Murray River entlang ins Landesinnere, wo der Regen noch alles fest im Griff hat. Der Fluss ist auf seiner gesamten Länge überflutet, Straßen wurden weggerissen und Häuser sind abgesackt. Kurz vor unserem Ziel ist auch unsere Straße gesperrt und ich halte an. Dann kommt noch ein Auto und nach kurzer Absprache beschließen wir, es einfach mal zu versuchen. Wir fahren an Baufahrzeugen vorbei, die dabei sind, die Straße zu reparieren. Die hupen zwar aber wir fahren weiter und sind kurz darauf wieder auf befestigter Fahrbahn. Wir freuen uns schon es geschafft zu haben, als wir vor einer weggerissenen Brücke stehen. Es bleibt uns nichts anderes übrig als wieder umzukehren. Zum Glück kennt sich das andere Auto hier aus und führt uns über ein paar Feldwege ans Ziel, also doch noch Glück gehabt.

eigentlich fließt der Murray river nur in der Mitte, rechts und links ist Überschwemmungsgebiet

Es geht ja so langsam auf Weihnachten zu und in dem Städtchen Loxton ist alles sehr weihnachtlich gestaltet. Wir bekommen zum ersten Mal ein bißchen Vorweihnachtsgefühle. Jedes Jahr gibt es hier ein Weihnachtsbaum-Schmückthema und dann versucht jeder den hübschesten Baum zu schmücken. Diese werden dann in der Gemeindehalle ausgestellt. Dieses Jahr ist das Thema “Australien”, so dass an fast jedem Baum eine Fliegenklatsche hängt. Abends gehen wir zu einem Weihnachtschorsingen und dann machen wir eine Rundtour durch die Stadt und sehen uns die tolle Weihnachtsbeleuchtung an. Mehrere Hausbesitzer wetteifern, wer die schönste hat. Da es nur um die 10 Grad sind, fühlen wir uns ein bißchen wie zu Hause.

die Weihnachtsbaumaustellung

Weihnachten auf australisch

das Weihnachtskonzert

Weihnachtsbeleuchtung

Bevor wir wieder die Küste erreichen stoppen wir noch bei den Naracoorte Caves, wo es verschiedene Höhlensysteme gibt. Hier sind Wissenschaftler am Ausgraben von prähistorischen Knochenfunden. Die nachkonstruierten Tiere aus der Urzeit sehen schon gespenstig aus. Es gibt auch eine der wenigen Fledermaushöhlen in Australien. Diese bekommen gerade ihre Jungen und wir haben das Glück dies per Infrarotcamera mit ansehen zu können. Die Kameras sind auch zu wissenschaftlichen Zwecken in den Höhlen angebracht worden. Die Jungen werden nach der Geburt gleich an die Deckenwand “geklebt”, wo sie hängen bleiben. Alle Mütter bringen ihre Jungen zur gleichen Stelle, so dass es dort nur so von Fledermausbabys wimmelt. Dass jede da ihr Junges wieder erkennt ist schon erstaunlich.

Naracoorte Höhlen

prähistorisches Tier

In Mount Gambier müssen wir uns natürlich den “blue lake” ansehen. Im Sommer ist der Cratersee strahlend blau. Dann treten nämlich die Partikel, die für die Färbung verantwortlich sind, an die Oberfläche. Im Winter hat er eine normale Seefarbe. Ich wundere mich, dass er dieses Jahr auch so blau ist, da von Sommer nicht so richtig die Rede sein kann. War es im Norden zu heiß, so ist es im Süden viel zu kalt für die Jahreszeit. Abends beschließen wir essen zu gehen, um uns in einem Restaurant mal so richtig aufwärmen zu können und dass im australischen Sommer. Bevor es am nächsten Tag weiter geht sehen wir uns noch die eingestürzte Grotte an, die die Stadtbewohner zu einer tollen Gartenanlage umfunktioniert haben – Ideen muss man haben.

der blaue See in Mt. Gambier

eingestürzte Grotte als Garten

Dann kommt das zweite Highlight nach Ayers Rock, die Great Ocean Road. Leider haben wir auch hier nicht das beste Wetter, was der Faszination dieser Gegend aber keinen Abbruch tut. Die okerfarbenen Sandsteinformationen in der tosenden blauen See fesseln meinen Blick und ich kann mich immer nur schwer losreißen, um zum nächsten lookout zu fahren. Leider hinterläßt die Zeit und die Naturgewalten (Wind, Wasser, Sonne) ihre Spuren an den Formationen. So stehen auch nicht mehr 12 Apostel an dem berühmten Aussichtspunkt im Wasser und die London Bridge ist vor mehreren Jahren ohne jede Vorankündigung eingebrochen. Es war am Tage und natürlich standen Leute auf der Brücke. Zum Glück wurde niemand verletzt. Die Menschen mussten per Hubschraubern abgeholt werden.

Great Ocean Road

die London bridge, die Verbindung zum Land ist ohne Vorankündigung abgebrochen

bizarre Sandsteinformationen

der nächste Regen ist nicht weit

die 12 Apostel

Nur 20 km ins Landesinnere gibt es den Sky Top Walk, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Größer kann die Abwechslung nicht sein. Eben waren wir noch am Meer und nun spazieren wir über den Baumgipfeln in einem Regenwaldgebiet herum. Vor der Konstruktionsleistung des Architekten ziehen wir den Hut. Der “Weg über den Wolken” ist 35 m hoch und einen knappen Kilometer lang. Wir sind in Augenhöhe mit vielen Vögeln und sehen noch den Nebel aufsteigen, da es gerade mal wieder geregnet hat. Ich fühle mich wie in einem Tarzanfilm.

auf dem Sky Top walk

über den Baumgipfeln

mit dem Papageien auf Augenhöhe

Nach so viel Natur ist mal wieder eine Großstadt dran und zwar diesmal Melbourne. Meine Eltern haben sich auf dem Campingplatz ein Bungalow mit Heizung gemietet, da es zum Campen einfach zu kalt ist und ich schlafe im Camper. Als wir hier ankamen goß es in Strömen, so dass diese Lösung für uns alle die Beste ist. Melbourne ist im Gegensatz zu Adelaid eine richtige Großstadt, die mir aber auch sehr gut gefällt. Es gibt viele kleine Gäßchen mit netten Cafes und für australische Verhältnisse viele schöne alte Gebäude. Es wird eine kostenlose Stadtführung auf deutsch angeboten und wir haben Glück. Wir sind die einzigen Interessenten für diese Tour, so dass wir unseren privaten Führer haben, wo wir natürlich viel mehr erfahren, als bei einer großen Gruppe.

downtown Melbourne

in den Arkaden ist es weihnachtlich

die Hafengegend

downtown Melbourne liegt direkt am Fluss

Abends tun uns die Füße vom vielen Laufen weh, als wir mit dem Bus zu unserem Campingplatz fahren. Müde kommen wir an und trauen unseren Augen kaum, als plötzlich Peter um die Ecke kommt. Ich bin gleich wieder hellwach und wir freuen uns alle riesig. Seine Wanderung ist eher ein Wassertreten gewesen und er ist auch ordentlich erkältet. Queensland hatte wohl noch nie so viel Regen wie dieses Jahr, so dass der Ranger sich auch sehr wunderte, als Peter alleine loslief. Er hatte sich eine anspruchsvolle Strecke ausgesucht und war teilweise bis zu den Knien im Schlamm versackt. Seine Sachen und das Zelt waren irgendwann klitsch nass, die er bei dem Wetter auch nicht wieder trocken bekam. Etwas gefrustet kam er dann wieder in Brisbane an. Inzwischen hatte Jörg ihm eine Mail geschrieben, dass er im Moment nichts helfen könne, so dass Peter sich spontan entschloss, in den nächsten Flieger nach Melbourne zu steigen. Da ich ihn immer auf dem Laufenden hielt, wo wir gerade sind, war es für ihn nicht schwer uns zu überraschen. Die Überraschung ist ihm gelungen!

Wir sind wieder komplett und Weihnachten steht vor der Tür. Wieder haben wir Glück. Wir bekommen die schönste Stelle auf dem Campingplatz, der direkt am Hume Damm liegt. Kurz bevor wir kamen hat derjenige, der den Platz schon lange reserviert hatte, abgesagt. Das Wetter spielt mit und traditionell wird der Weihnachtsbaum am Heiligenabend geschmückt, den wir uns noch in Melbourne gekauft haben. Wir spielen eine Runde und zum Kaffee gibt es echte Deutsche Stolle. Eine kleine Bescherung darf natürlich nicht fehlen und zum Abendbrot gibt es Lachs mit Kartoffelsalat. Ich glaube es ist egal, wo wir auf der Welt sind, zu Weihnachten wird immer etwas zu viel gegessen. Es ist ein toller Tag mit einer superschönen Aussicht auf den See, den wir bestimmt nicht vergessen werden.

unser Weihnachtsquartier

Heiligabend, der Weihnachtsbaum wird geschmückt

Weihnachten 2010

Nun fängt die Zeit an zu rennen und wir müssen uns etwas beeilen, da meine Eltern bald nach Hause fliegen. Es geht also weiter nach Canberra, der Hauptstadt Australiens. Diese Stadt ist auf dem Reißbrett geplant worden, so dass alles sehr großzügig angelegt ist. Es ist alles nett, es ist alles sehr grün aber ein gewisses Flair fehlt einfach. Wir gehen ins Museum, sehen uns die ganzen Denkmäler an und begutachten natürlich das alte und neue Parlament. Die eingeplanten 3 Tage reichen aber auch aus und dann geht es zur letzten gemeinsamen Station, nach Sydney.

downtown Canberra

Anzac Parade mit dem War Memorial im Vordergrund und dem neuen und alten Parlamentsgebäude im Hintergrund

das neue Parlament

der Sitz des Parlaments

Wir überlegen schon seit mehreren Tagen, was wir zu Silvester machen wollen. Wir lesen im Internet und telefonieren mit Touristenbüros, da wir gerne das Feuerwerk an der Harbour Bridge sehen wollen. Nach unserer Recherche wissen wir, dass es sehr voll sein wird und dass man schon sehr früh da sein muss. Wo nun der beste Platz ist wissen wir noch nicht. Die Karte mit den vielen verschiedenen Eventpunkten ist etwas verwirrend und dann bleibt da noch die Frage, wie man hin und wieder zurück kommt. Ausschlaggebend für unsere Entscheidung ist dann letztendlich unser Campingplatzbesitzer in Sydney, der schon des öfteren da war und uns berät. Abends am 30.12 beschießen wir also uns am nächsten Morgen mitten ins Gewühl zu stürzen. Peter weckt mich um 6 Uhr, da um 7.30 Uhr unser Zug nach downtown Sydney fährt. Ich als Langschläferin bekomme kaum meine Augen auf. Wir haben gestern schon alles zusammen gepackt und unser Nachbar fährt uns zum Bahnhof. Wir sind mit unseren Campingstühlen, Spielen, Lebensmitteln und warmen Sachen ausgerüstet. Um 8.30 Uhr sind wir in downtown und laufen zum Einlaßpunkt für den Botanischen Garten, zu “Mrs Macquaries Point”. Wir finden, dass wir super früh dran sind und trauen unseren Augen kaum, als wir die Schlange sehen, die sich über mindestens einen Kilometer erstreckt. Irgendwie ist alles noch ziemlich ungeordnet und die meisten stellen sich nicht hinten an. Wir stehen auch recht weit vorne, als plötzlich Bewegung in die Masse kommt und dann stehen wir auf einmal ziemlich weit vorne. Jetzt kommen die Ordner und sperren alles ab und passen auf, dass sich alle hinten anstellen. Es ist super heiß und wir stehen mitten in der Sonne. Um 10 Uhr werden die Tore geöffnet und es geht ganz langsam voran, da es Taschenkontrollen gibt. Um kurz nach 11 Uhr sind wir durch den Eingang und beeilen uns zum Aussichtspunkt zu laufen. Der Eintritt ist übrigens kostenlos. Da wir so weit vorne stehen haben wir Glück und können uns unseren Platz noch aussuchen. Wir nehmen natürlich einen Schattenplatz mit Blick auf die Oper und die Harbour Bridge und breiten unsere Decken aus. Wir bekommen auch ein spezielles Armband, da nur eine bestimmte Anzahl von Leuten in den Sektor darf, den wir uns ausgesucht haben. Es ist 12 Uhr, als wir unsere Campingstühle aufstellen und erschöpft hineinsinken. Hier herrscht Volksfeststimmung und man kommt schnell mit seinen Nachbarn ins Gespräch und der Blick ist einfach traumhaft. Die Zeit vergeht wie im Fluge und wir kommen gar nicht dazu zu spielen. Um 17 Uhr gibt es eine kleine Flugshow und um 21 Uhr folgt das kleine Feuerwerk (15 min.). Nun ist die Zeit nicht mehr lang bis Mitternacht und wir bewundern das große Feuerwerk (20 min.). Es hat sich auf alle Fälle gelohnt hier her zu kommen und wir haben das frühe Aufstehen nicht bereut. Es ist ein einmaliges Erlebnis, wenn man zu Silvester schon mal in Sydney ist. Es ist kaum zu glauben aber jetzt haben wir schon 2011, happy new year.

beim Viewpoint Mrs. Macquarie

gemütlich auf unseren Campingstühlen

da fällt das Warten leicht

prost Neujahr

Zum Abschluss besuchen wir noch unsere Freunde auf ihrer Farm und bringen von dort aus meine Eltern zum Flughafen. Wir verschätzen uns mit der Fahrzeit, so dass die Abgabe des Campers und das Einchecken etwas hektisch verläuft. Meine Eltern fliegen nach Berlin und Peter fliegt nach Brisbane, um Jörg beim Boot zu helfen. Ich bleibe noch eine Woche in Sydney, um mich mit meiner Freundin Annette zu treffen, die hier Freunde besucht. Schwer bepackt fahre ich zu meinem backpacker nach Kings Cross. Ich will noch versuchen einige von unseren Campingsachen hier zu verkaufen. Ich genieße die Tage mit Annette und auch die Tage, wo ich mal ganz alleine, nur mit mir unterwegs bin.

die Farm unserer Freunde

ihre Alpakas

ihr Kälbchen

Abschied von Australien

unser Mädchenzimmer im Backpacker

Annette und ich ziehen durch Sydney

Dann fliege auch ich nach Brisbane zum Boot, wo wie immer mehr Arbeit wartet als gedacht. Jörg sagt Polaris ein paar Tage später tschüß. Er fliegt zur Erholung nochmal zu Noel nach Liapari, in die Solomons, bevor er nach Berlin fliegt. In den nächsten Wochen heißt es für Peter und mich: Schleifen, malern, lackieren, putzen, räumen, organisieren und noch alle Restarbeiten für unsere Abfahrt und den Verkauf vorbereiten. Wir werden unser Boot bei unserem broker lassen und die Daumen drücken, dass sich schnell ein Käufer findet. Polaris sieht wieder schick und frisch renoviert aus, so dass der nächste Eigentümer gleich in See stechen kann. Unser nächstes Ziel heißt Südindien. Wir sind gespannt, was uns dort erwartet. Wir haben schon so viel gehört und wir sind auf alles vorbereitet.

Peter beim schleifen

ich beim Bilge streichen

Abschied von Polaris

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